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8/12/2016

Ideal Konservengläser

Ob es sich bei Ideal um einen Hersteller oder eine Eigenmarke handelt läßt sich derzeit nicht ermitteln. Aufgrund der Form des vorhandenen Deckels gehe ich davon aus, daß er vor 1918 hergestellt wurde. Unklar ist bisher allerdings, wann die heute übliche Deckelform eingeführt wurde. In einem Kochbuch der Firma Rex von 1918 finden sich bereits flache Deckel, während in einem Musterbuch der Firma Dröscher & Co. Glasgroßhandlung in Magdeburg von 1926 noch beide Formen parallel angeboten werden. Insofern ist wohl von einem fließenden Übergang auszugehen.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 75mm


2 Liter Konservenglas
Halsweite 95 mm



Normal-Conservenglas

Deckel eines Konservenglases mit der Beschriftung NORMAL GARANTIERT LUFTDICHT. Hierbei kann es sich um eine Eigenmarke der Glas-Großhandlung Müller & Kraft, Dresden handeln. Zumindest findet sich der bisher einzige mir bekannte Hinweis zu Normal-Conservengläsern im Hauptkatalog von 1914 (http://www.glas-musterbuch.de/Mueller-Kraft-1914.101+B6YmFja1BJRD0xMDEmcHJvZHVjdElEPTQzOTUmZGV0YWlsPQ__.0.html). Dort ist der Deckel unter der Nr. 605 zu finden.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 85 mmm


7/19/2016

J. Blumenkrohn, Göttingen

Konservenglasdeckel mit Namenszug der Firma J. Blumenkrohn in Göttingen. Aufgrund der nachfolgenden Informationen gehe ich davon aus, daß der Deckel im Auftrag von einer unbekannten Glashütte produziert wurde. Ein möglicher Hersteller kann Fäcke & Co., Kohlfurt sein. Fäcke lieferte auf Wunsch eigene, namenlose Konservengläser, deren Deckel mit anderen Inschriften versehen werden konnten.
 
Für die folgenden Ausführungen bedanke ich mich bei Frau Ulrike Ehbrecht vom Stadtarchiv Göttingen:

"Das Haushalts- und Spielwarengeschäft von Josef Blumenkrohn ("Riesenbazar J. Blumenkrohn" ) befand sich seit 1906 im Geschäftshaus Groner Straße 26/27 in Göttingen und zählte seit Mitte der 20er Jahre zu den regional führenden Betrieben der Branche. Der geschäftliche Erfolg führte 1927 zur Eröffnung einer Niederlassung in Northeim (Am Münster 20). Nach dem Tod des Firmengründers Josef Blumenkrohn ging der Betrieb auf seinen Schwiegersohn Ernst Jacobson über. Nach 1933 führten Hetze, Boykottaufrufe und tätliche Übergriffe der Nationalsozialisten letztendlich zum wirtschaftlichen Ruin des alteingesessenen jüdischen Geschäfts mit der Konsequenz, dass die Betriebsflächen in der Groner Str. 26 im April/Mai 1934 aufgegeben werden mussten Aufgrund der infolge zahlreicher Beschädigungen der Immobilie eingetretenen finanziellen Engpässe war der Verkauf nunmehr auf das Stammhaus in der Groner Straße 27 beschränkt. Ernst Jacobson bemühte sich leider erfolglos um Abwendung der Firmeninsolvenz. Ab August 1934 kam es zum Räumungsverkauf. Die zum Unternehmen Blumenkrohn gehörigen Grundstücke Groner Str. 27 und Nikolaistr. 17 wurden im März 1935 verkauft."


Josef Blumenkron hatte vier Töchter: Herta, Grete, Edith und Nelli. Herta hatte mit ihrem schwer kriegsversehrten Gatten Albert Isenberg die Niederlassung in Northeim übernommen. 1932 mußte die Niederlassung vermutlich im Zusammenhang mit den Vorkommnissen in Göttingen geschlossen werden. Familie Isenberg verzog dann nach Hamburg, von dort aus wurden sie nach Theresienstadt deportiert, wo Herr Isenberg 1943 verstarb. Herta Isenberg kam nach Auschwitz, wo sie 1944 ums Leben kam. An das Schicksal der Isenbergs erinnert heute die Aktion Stolpersteine (http://www.northeim.de/uploads/media/flyerStolpersteine.pdf) in Northeim.
Grete und Nelli konnten in die USA flüchten. Edith, verehelichte Jacobson gelang 1938 die Flucht nach Haifa.
Das Grabmale von Josef Blumenkrohn und seiner Ehefrau Berta können auf dem jüdischen Teil des Stadtfriedhofs Göttingen (http://grabsteine.genealogy.net/tomb.php?cem=2234&tomb=464&b=a&lang=de) besucht werden.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 85 mm
Neben dem Namenszug zeigt es in der Mitte noch eine Blume auf einer Krone.


3/15/2015

Vereinigte Lausitzer Glaswerke (VLG) Weißwasser

Die VLG stellte bis 1929 Konservengläser in unterschiedlichen Systemen her. Jedes System bekam auch einen eigenen Namen:

- Lusatia (lateinisch für Lausitz) für Nutengläser
- Zenith für Flachrandgläser
- Utila für Vollrandgläser (Massivrandgläser)
- Monopol für Hohlrandgläser (Rillengläser)

Ab 1929 wurden die Syteme nur noch unter der Bezeichnung Monopol vermarktet. 

Deckel eines Nutenglases Lusatia
Halsweite 95 mm


Deckel eines Hohlrandglases Monopol
Halsweite 120 mm


1 Liter Hohlrandglas Monopol
Halsweite 95 mm





Deckel eines Nutenglases,
nur mit der Rautenmarke bezeichnet
Halsweite 75 mm


Bade Duplex - Hermann Bade GmbH, Hildesheim

Die Hermann Bade Gmbh wurde 1868 gegründet. In einer Reklameanzeige wirb das Unternehmen als:

Großhandlung in Emaille-, Aluminium-, Haushaltungs-, Kurz-, Galanterie-, Leder- und Spielwaren, Kinderwagen und Geschenkartikel

Unter der Eigenmarke Bade Duplex wurden diverse Haushaltsartikel produziert und über den Einzelhandel vertrieben. 
Während die reinen Glasproduzenten nur die Gläser herstellten, bot Bade zum Einkochen das Komplettprogramm an: Einkocher, Konservenglas, Gummiring und Verschlußbügel.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 120 mm


1 Liter Konservenglas,
eingeblasener* Namenszug
Halsweite 85 mm




*Es wurden auch Gläser mit geätztem Namenszug hergestellt.

Ankerglas Bernsdorf


Deckel eines Konservenglases
Halsweite 95 mm


3/04/2015

Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine m.b.H. (GEG)

Ein geschichtlicher Überblick findet sich hier

http://de.wikipedia.org/wiki/Großeinkaufs-Gesellschaft_Deutscher_Consumvereine

In diesem Falle vermute ich, daß die Deckel von einem Zulieferer hergestellt wurden.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 85 mm


Deckel eines Konservenglases
Halsweite 110 mm


Aktiengesellschaft Glashüttenwerke Adlerhütten, Penzig bei Görlitz, Schlesien

Ein kurzer geschichtlicher Überblick findet sich hier

http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen2/firmadet20478.shtml

Und hier die Preislisten zu den Gläsern

http://www.glas-musterbuch.de/ADLER-Progress-Konserven-Glaes.225.0.html

1/2 Liter Konservenglas
Halsweite 85 mm




1 Liter Konservenglas
Halsweite 110 mm




1 1/2 L Konservenglas
Halsweite 85 mm



2 Liter Enghals-Konservenglas
Halsweite 75 mm



2 Liter Sturz-Konservenglas
Halsweite 110 mm





Oldenburger Glashütte OGA, Oldenburg in Oldenburg

Zur Geschichte der Oldenburger Glashütte bitte hier schauen

http://alt-oldenburg.de/stadtteile/osternburg/oldenburger-glashuette/index.html


Deckel eines Konservenglases
Halsweite 95 mm

 

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 95 mm


Deckel eines Konservenglases
Halsweite 95 mm
Dieser Deckel zeigt in der Mitte gekreuzte Pferdeköpfe, möglicher Weise eine Referenz an die norddeutsche Herkunft.


Friedrich Siemens - AG für Glasindustrie - Siemens Glas, Dresden (Sa.) und Wirges (Westerwald)

Zur Geschichte von Siemens Glas bitte hier schauen

http://www.bildarchiv-neumann.de/Siemens_Glas.htm

Und hier noch ein bisschen Werbung

http://www.glas-musterbuch.de/Siemens-Glas-1942.273+B6YmFja1BJRD0yNzMmcHJvZHVjdElEPTEyMTUyJnBpZF9wcm9kdWN0PTI3MyZkZXRhaWw9.0.html


3/4 Liter Konservenglas mit Nuten
Halsweite 75 mm




1 L Konservenglas mit Nuten
Halsweite 95 mm